So gehst du mit stressigen Phasen besser um und tust dir gleichzeitig etwas Gutes

Copingstrategien zur Stressbewältigung

Du hast dir so viel für die Zeit nach der Geburt vorgenommen: Du wolltest den Haushalt (alleine) schmeißen, dafür sorgen, dass alles pikobello sauber ist, regelmäßig bügeln und Wäsche waschen und deine Gäste mit perfekten Kuchen und anderen Leckereien versorgen. Der Alltag mit dem Baby wird ein Klacks, hast du dir gedacht. Lass mich raten: Es ist nicht ganz so gekommen, oder?

Der Baby-Alltag ist (k)ein Zuckerschlecken

Auch wenn es sie gibt, die braven Babys, die von Anfang an durchschlafen, selten bis nie weinen und den ganzen Tag gut drauf sind, hab ich noch nicht viele davon kennengelernt.

Während mein Großer zumindest untertags ein recht liebes und zufriedenes Baby war (die Nächte haben da eh gaaaanz anders ausgesehen, ooooohhhh jaaaaaa), fordert mein Kleiner mich Tag und Nacht. Ich nenne ihn ja liebevoll „Grumpy Baby“ und ernte dafür regelmäßig Schelte von meiner Familie 😉

Die ersten Monate waren wirklich mühsam mit ihm, ich konnte ihn nicht weglegen, ohne dass er zu schreien anfing. Dazu kam dann mit vier Monaten ein Ausschlag auf der Wange, der ihn stark juckte. In unbeobachteten Momenten, und waren sie noch so kurz, kratzte er sich blutig. Den Ausschlag hab ich glücklicherweise nach ein paar Monaten halbwegs in den Griff bekommen und langsam, aber sicher, werden die zufriedenen Zeiten meines kleinen Grumpy Babys auch mehr.

Worauf ich mit dieser kurzen Geschichte eigentlich hinaus will ist, dass der Alltag mit einem Baby nicht immer einfach ist. Du kannst dir das Leben nach der Geburt des Zwergs noch so wunderschön ausmalen und vorstellen, sehr wahrscheinlich wird es dann doch anders kommen. Es ist halt nicht alles immer nur rosarot, manchmal ziehen auch dunkle Wolken auf.

Doch es gibt Möglichkeiten und Techniken, die dich dabei unterstützen, in schwierigen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren. Über diese möchte ich heute mit dir sprechen.

Copingstrategien zur Bewältigung von anstrengenden Situationen

Vielleicht hast du das Wort „Copingstrategie“ schon einmal gehört. Es leitet sich vom Englisch „to cope with something“, also „mit etwas zurechtkommen“ ab.

Dieses Wort beschreibt Maßnahmen, die dir bei der Bewältigung von Stresssituationen helfen. Der berühmte Griff zur Schokolade ist also im Prinzip nichts anderes, als eine Copingstrategie, wenn auch keine gesunde.

Ich möchte dir dabei helfen, gesunde Copingstrategien für dich zu entwickeln und dir ein paar Ansätze mit auf den Weg geben, damit du in Stresssituationen gelassener reagieren kannst. Dazu passt übrigens auch mein letzter Artikel 5 Tipps für mehr Gelassenheit im Alltag mit dem Baby ganz gut. Lies ihn dir durch, du kannst bestimmt etwas für dich daraus mitnehmen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Stress zu mindern. Ein tröstendes Gespräch mit einer guten Freundin kann Wunder wirken, genau so wie bewusstes Atmen.

Ich als Fitnesstrainerin möchte mich allerdings auf Copingstrategien in meinem Bereich konzentrieren. Das bedeutet, dass ich dir drei Strategien aus den Bereichen Sport, Ernährung und Entspannungstraining für deinen Familienalltag geben möchte.

Stressbewältigung durch Sport

Die meiner Meinung nach beste Möglichkeit, Stress und schwierige Situationen zu bewältigen, ist Sport. Dafür sprechen unter anderem folgende Gründe:

  • Bewegung und Sport erhöhen dein Atemvolumen und deinen Herzschlag und versorgt dadurch deinen Körper und dein Gehirn mit mehr Sauerstoff.
  • Mit Sport kannst du Stress abbauen und einen Ausgleich zwischen Körper und Geist herstellen.
  • Sport lenkt dich ab, bringt dich auf andere Gedanken und verschafft dir eine kleine Auszeit vom Alltag.

Mountainbiken

Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, welche Art von Sport du betreibst – Hauptsache ist, du bewegst dich.

Wenn du niemanden hast, der während deiner Sporteinheit auf dein Baby aufpasst, dann nimm es einfach mit. Ein Tragetuch, eine Babytrage (bitte achte dabei auf die Ergonomie!) oder der Kinderwagen leisten dir gute Dinge beim Spazierengehen, (Nordic) Walking oder Laufen. Laufen natürlich nur mit dem Kinderwagen, aber das sollte eh klar sein.

Yoga und Pilates kannst du gemeinsam mit deinem Baby machen. Vielleicht gibt es in deiner Umgebung auch einen entsprechenden Kus, in den du dein Baby mitnehmen kannst. Wenn nicht, solltest du einen Blick auf meinen neuen Onlinekurs Mama-Baby-Pilates werfen, vielleicht ist das ja was für dich.

Eine regelmäßige Bewegungseinheit sollte für dich genauso wichtig werden, wie das tägliche Duschen und Zähneputzen. NImm dir einmal pro Woche, besser noch zweimal, Zeit für Sport.

Stressbewältigung durch gesunde Ernährung

Verzicht auf zusätzliche Stressoren wie Industriezucker, Weißmehl und zuckerhaltige Getränke. Iss lieber Lebensmittel, die möglichst wenig verarbeitet sind.

Wenn du dir nicht sicher bist, dann stell dir einfach folgende Frage: „Gab’s das schon, als meine Urgroßmutter so alt war wie ich jetzt?“ Viele der Lebensmittel, die wir bei uns im Supermarkt kaufen können, gibt’s erst seit wenigen Jahren, maximal einige wenige Jahrzehnte. Wenn du dich also fragst, ob es dieses oder jenes schon zu Zeiten deiner Uroma gegeben hat, und du diese Frage mit ja beantworten kannst, kannst du davon ausgehen, dass dieses Lebensmittel ziemlich naturbelassen ist.

Das Ernährungsthema wird ja immer wieder kontrovers diskutiert. Mal viele Kohlenhydrate, mal wenige, mal viel Fett, mal wenig Fett. Gleiches dann mit Eiweiß. Ich persönliche bin ein großer Fan von „Clean Eating“, weil es eben genau um das geht, was ich eingangs schon erwähnt hab: möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel essen. Ich hab auch dazu schon einmal einen ausführlichen Beitrag geschrieben. Diesen findest du hier: Clean Eating: Die 8 Grundsätze einer gesunden Ernährung

Stressbewältigung durch Entspannung

Ich liebe Atmentechniken und Phantesiereisen. Egal ob ich nervös bin, schlecht einschlafen kann oder einfach nur ein paar Minuten Zeit für mich haben möchte, durch bewusstes Atmen komme ich zur Ruhe, kann mich entspannen und wieder klarer denken.

Schon 2 Minuten bewusstes Atmen können deine Sichtweise auf eine Situation oder ein Problem verändern. Außerdem gibt es dir Zeit, etwas herunterzukommen. Meistens reagieren wir im ersten Moment besonders aufbrausend auf eine Situation, mit der wir nicht einverstanden sind, obwohl es im zweiten Moment dann gar nicht mehr sooo schlimm scheint. Also zumindest mir geht’s so.

Ich versuche dann, ein paar Mal bewusst tief ein und aus zu atmen. Durch die Nase einatmen 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8, durch den Mund ausatmen 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8, durch die Nase einatmen 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8, durch den Mund ausatmen 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 – 8. Das Ganze ein paar Mal wiederholen. In dieser Zeit wird das Gehirn gut mit Sauerstoff versorgt, du konzentrierst dich auf’s Zählen, bekommst wieder einen klareren Kopf und kannst die Situation neu bewerten. Mir hilft das ungemein, wenn ich mal wieder auf 180 bin 😉

beckenboden entspannen

Eigene Copingstrategien entwickeln

Mit diesem Beitrag möchte ich dir eine Idee davon geben, was Copingstrategien sind und wie du sie anwenden kannst. Ich möchte dir aber natürlich nicht meine Strategien auf’s Auge drücken. Aber ich denke, das ist ein guter Anfang, um dir vielleicht selber deine Strategien zur Stressbewältigung zu überlegen und zurecht zu legen. Versuche meine Strategien, ändere sie ab, überlege dir neue – ganz egal, Hauptsache, du tust etwas, um Stresssituationen besser bewältigen zu können.

Und natürlich, von Zeit zu Zeit ist Schokolade eben einfach das beste Mittel gegen Stress 😉

Wenn du magst, schreib mir in den Kommentaren, wie es dir mit meinen Strategien geht oder verrate mir doch deine eigenen Strategien zur Stressbewältigung. Ich freue mich!

Alles Liebe,
Katrin

Leave A Response

*

* Denotes Required Field